Über mich Blog LifeHacking Mentorship Login

Die wichtigsten Eigenschaften die einen guten Coach ausmachen - bist du einer davon?

coaching fitness Jan 01, 2019

Lass dich von der Realität nicht täuschen. Oftmals wird der Eindruck erweckt, die besten Coaches sind diejenigen, mit den meisten Trainer Lizenzen. Und auch wenn das nicht komplett falsch ist, so gehört doch mehr dazu, um ein guter Coach zu sein, als nur Fakten auswendig zu lernen und immer zu wiederholen. Lass uns jedoch tiefer in dieses Thema eintauchen…

 

Es gibt schlechte Trainer, die sich nicht an Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren und fast dogmatisch an einzelnen Standpunkten festhalten. Wie du später noch sehen wirst, zeugt dies von einer geringen sozialen Intelligenz. Solche Coaches sind in der Regel diejenigen, mit fixen und starren Programmen, die in einer Art Bauchladen Strategie eine One-Size-Fits-All Lösung verkaufen möchten. Sie erwecken den Eindruck, mit allen und jedem arbeiten zu können und eine entsprechende Lösung zu haben.

 

Daraus ist während den letzten Jahren die evidenz-basierte Fitness Methodik geworden. Besonders ausgeprägt zeigt sich dies in den sozialen Medien. Diese Trainer sind fest davon überzeugt, dass die Wissenschaft der einzig wahre Schlüssel zum Erfolg ist. Alles wird perfektioniert, mit Studien unterlegt und weitab der Praxis in theoretisch perfekten Modellen entwickelt. Oftmals - oder eher: Meistens - können diese Planungen vom Sportler dann nicht in die Praxis umgesetzt werden. Und der Trainer fragt sich warum nicht!? Schließlich wurde doch alles perfekt durchdacht…

 

Was machen erfolgreiche Coaches anders?

Erfolgreiche Coaches sind anders.Erfolgreiche Coaches schaffen es, die Wissenschaft zu verstehen und praxisorientierte Anwendungsmodelle abzuleiten. Dazu gehört es jedoch auch, eine gute Beziehung zu seinen Klienten aufzubauen. Dazu später mehr.

 

Der erfolgreiche Coach versteht die theoretischen Details, passt diese jedoch an die Gegebenheiten und Bedürfnisse des Klienten an. DAS ist der wahre Schlüssel zum Erfolg.

 

Ich möchte dir das genauer erläutern: Der Begriff “Evidenz” beschreibt - vereinfacht ausgedrückt - dass eine bestimmte Intervention mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für eine spezifische Population Erfolg bringt. Eine hohe Wahrscheinlichkeit ist jedoch keine Garantie. Auch innerhalb einer definierten Population gibt es Ausreißer nach oben und unten und nach links und rechts. Und wenn du dann zudem nicht perfekt in die Kriterien dieser Population hineinpasst, geht die Schere immer weiter auseinander.

 

Einer meiner wichtigsten Tipps ist daher: Lerne die Wissenschaft zu verstehen, sei jedoch intelligent genug, sie NICHT blind eins zu eins in die Praxis umzusetzen, ohne zunächst die Bedürfnisse des Klienten exakt ermittelt zu haben.

 

Wenn du dich nur auf die Wissenschaft stürzt - und das tun leider viel zu viele Personal Trainer - ist das nicht genug, um auch ein wirklich guter Coach zu sein. Dann hast du vielleicht das Potenzial in den sozialen Medien kompetent zu wirken und in Videos und Konferenzen zu überzeugen. Beeindruckend ist das jedoch nur sehr kurzfristig. Nachhaltigkeit? Echte Erfolge? Fehlanzeige.

 

Wirklich gute Coaches zeichnet es also nicht alleine aus, mit wilden Fachbegriffen um sich zu werfen. Es zeichnet sie aus, Vertrauen und eine Beziehung zu ihren Klienten aufbauen zu können, um das erlangte Wissen, einfach und verständlich vermitteln und in praktische Anwendungen verwandeln zu können.

 

Ich kann aus Erfahrung reden: Deine Klienten sind nur kurzfristig von deinen Fachkenntnissen beeindruckt. Gemessen wirst du an den am Ende erreichten Ergebnissen. Und dazu gehört eben deutlich mehr als Studien zitieren zu können und einem 40-jährigen Manager zu erläutern, mit welchem Trainingsvolumen 20-jährige Studenten unter Laborbedingungen Muskeln aufgebaut haben…

 

Als Coach bist du vor allem eines: Ein Navigator.

Verabschiede dich vom Gedanken, dass dein Job als richtig guter Coach primär darin besteht, Trainingspläne zu schreiben und Diätprogramme zu erstellen. Als Coach bist du ein Navigator. Du kennst den IST-Zustand deines Klienten und du kennst das Ziel. Mit deinen Maßnahmen zeigst du deinem Klienten auf, von A nach B zu kommen.

 

Der Weg ist jedoch niemals geradlinig. Es wird Zeiten geben, zu denen alles wie am Schnürchen läuft. Es wird aber auch in jedem Fall Rückschläge geben. Deine Aufgabe als Coach ist es dann, die passenden Umwege zu finden, um am Ende sicher ans Ziel zu kommen.

 

Dabei gibst du nicht immer die konkreten Maßnahmen vor. Du hilfst deinem Klienten, selbst zu Lösungen zu kommen. Du bist der objektive Part eurer Beziehung. Und um eine gute Beziehung zu führen, ist Vertrauen und soziale Intelligenz notwendig. Du musst Leidenschaft in deinem Kunden entfachen und diese Leidenschaft gemeinsam mit ihm leben. Dabei geht es nicht nur um Übungen und um Satzzahlen. Es geht darum, das innere Feuer zu entfachen.

 

Die besten Coaches schaffen es, drei Dinge in Einklang zu bringen:

 

  • Wissen
  • Können
  • Wollen

 

Du musst das Wollen in deinem Klienten entfachen und das Wissen, mit dem entsprechenden Können in die Praxis umsetzen. Es reicht also nicht, schlaue Sprüche über die sozialen Plattformen heraus zu hauen und mit tollen Studien zu unterlegen. Damit demonstrierst du nur einen Punkt des so wichtigen Dreier-Gespanns.

 

Die äußere Wahrnehmung zeigt sich dann dadurch, dass du rechthaberisch wirkst. Kein Verständnis für individuelle Situationen, Bedürfnisse und Ängste aufbringen kannst. Du korrigierst andere Menschen permanent und pochst eisern auf deine Meinung. Die perfekte Lösung, Vertrauen und zwischenmenschliche Beziehungen zu zerstören.

 

Wenn es dir Spaß macht, diese Person zu sein, dann ist das vollkommen in Ordnung. Dann wundere dich jedoch nicht, dass du als Coach vielleicht versagst oder zumindest Potenzial auf der Strecke lässt. Dann konzentriere dich vielleicht besser darauf, Autor zu sein oder Analytiker. Dann kümmere dich ganz bewusst nur um diesen einen Part. Als Coach musst du jedoch alle drei Teile beherrschen.

 

Soziale Intelligenz: Der eigentliche Schlüssel zum Erfolg.

Langfristiger Erfolg ergibt sich aus deiner Kommunikationsfähigkeit, aus trockenen und theoretischen Fakten, ein anwenderfreundliches Erfolg Konstrukt zu erstellen, welches der Sportler versteht und respektiert. Du musst flexibel genug bleiben, um deine Routen immer anpassen zu können. Unabhängig von reinen theoretisch “besten Konstrukten”.

 

In der Wirtschaft spricht man hier von der Build-Measure-Learn-Schleife: Man erstellt einen Plan, testet ihn und misst die Ergebnisse und lernt aus den Erfahrungen, um Anpassungen am Prozess vorzunehmen. Dann beginnt das Spiel wieder von vorne.

 

Was kannst du daraus lernen? Sei nicht zu detailverliebt. Sei nicht verliebt in eine einzige Methode oder Vorgehensweise. Akzeptiere, dass es auch Kontroversen gibt und du von deinen Überzeugungen Abstand nehmen musst, wenn sie nicht die relevanten praktischen Ergebnisse liefern. Egal wie theoretisch perfekt das Vorgehen sein müsste. Und egal wie stark die Evidenz. Deine Arbeit wird am Erfolg des Einzelnen gemessen.

 

Soziale Intelligenz ist demnach auch, sich auf relevante Ergebnisse und Fakten zu fokussieren und sich nicht an unwichtigen Dingen festzuhalten. Es geht nicht darum, der vermeintlich Klügste im Raum zu sein. Es geht darum, die wichtigsten Informationen in einer Sprache herüber zu bringen, die dein Klient versteht und wahrnimmt.

 

Für die Praxis

Du weißt nun, dass es weitaus komplexer ist, ein wirklich guter Coach zu sein, als einfach nur maximal viel zu wissen. Zwei Trainer können das gleiche technische Wissen haben. Der wirklich gute Coach schafft es, die entsprechende Botschaft auf Augenhöhe und mit Empathie zum Klienten zu vermitteln, um Vertrauen und Beziehung zu stärken.

 

Ich möchte dir zum Abschluss noch ein Beispiel aus meiner persönlichen Coaching Praxis mit auf den Weg geben: Eines meiner Paradebeispiele ist Jonas Notter. Er ist erfolgreicher Natural Bodybuilder und wurde 2018 Internationaler Deutscher Meister im Natural Bodybuilding, Weltmeister und konnte seine Pro Card gewinnen. Wir arbeiten seit 2012 zusammen. In jeder Vorbereitung. Wir haben mehrfach pro Woche Kontakt und leben einen gemeinsamen Traum. Seinen Erfolg.

 

Ich habe Jonas seit Jahren keine fixen Vorgaben mehr gemacht. Nicht einmal während seiner unmittelbaren Wettkampfvorbereitung. Es ist ein vertrauensvolles Verhältnis und ein Sensibilisieren dazu, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen. Jonas hat alles Wissen das notwendig ist, um seine Erfolge selbstständig zu steuern. Mittlerweile handelt es sich um Diskussionen und einem Austausch auf Augenhöhe. Als Schlüssel zum Erfolg.

Close

50% Complete

Two Step

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua.